Archiv der Kategorie: Sonstige

268 Pyrometer

f268Pyrometer (Hochgrad Temperaturmessgerät)

Hersteller: Pyrowerke GmbH Hannover

Hergestellt: 1925,  Zeitwert: za 82 Euro

Zustand: Sehr dekorativ, Funktion ungeprüft. Die Funktionsweise beruht auf dem Seebeck- Effekt, der von Johann Seebeck 1821 entdeckt wurde. Der Aufbau erinnert an ein Fernrohr, das in der Mitte einen der Glühlampe ähnlichen Kolben hat und im bestimmten Abstand auf das „heiße“ Objekt ausgerichtet wird. Diese „Glühlampe“ ist so angeordnet, dass der Kolbenanschluss unten liegt und der Kolben selbst vom Fernrohr durchgestrahlt werden kann. In der Mitte, also dort wo sonst das Heizwendel liegt, befindet sich das aus verschiedenen Metallen bestehende Thermoelement. Dieses erzeugt eine elektrische Spannung, die sich über das Messinstrument ausgleicht. Drückt man die rote Taste, wird die Arretierung des Messgerätes aufgehoben und der Zeiger stellt sich auf den Wert des fließenden Stromes ein. Auf der in Grad Celsius geeichten Skala wird der Temperaturwert angezeigt. Das Gerät hat 2 Temperaturbereiche. Dieser kann mit Einschrauben  einer Blende „umgeschaltet“ werden. Die Blende ist oben im Bild zu sehen. Die wählbaren Bereiche liegen bei diesem Gerät 1. zwischen 700 und 1300 Grad und 2. zwischen 1200 und 2000 Grad.

266 Verbindungswegprüfer v. 1. und 2. VW zum 1.GW

f266Verbindungswegprüfer v. 1. und 2. VW zum 1.GW

Hersteller: Oskar Vierling Ebermannstadt

Hergestellt: za 1927, Zeitwert: nicht bestimmbar

Zustand: Sehr gut. Prüfgerät für den Teil vom Verbindungsaufbau im Fernsprechamt in dem noch keine Nummer ausgewählt wurde. Praktisch der Teil in dem die Ansteuerung des 1.GW geschalten wurde. Von Zeit zu Zeit mussten diese Verbindungen geprüft werden, um Fehlschaltungen beim Abheben des Handapparates zu vermeiden. Mit dem Gerät unter 265 waren die weiterführenden Verbindungsprüfungen realisierbar.

265 Verbindungswegprüfer v. 1.GW, 2.GW, LW u. weiter zum WV

f2651.GW, 2.GW, LW Verbindungswegprüfer

Hersteller: Oskar Vierlink Ebermannstadt

Hergestellt: za 1928, Zeitwert : Für mich nicht schätzbar.

Zustand: Gut. Unentbehrlicher Helfer in der automatischen Vermittlungstechnik. Es ist ein Prüfgerät, das in einem 10 000er Amt eingesetzt war. Ich kenne das Gerät auch aus dem System 50. Wir nannten es „Prüforgel“ .

264 Verbindungsweg – Prüfgerät

f264Verbindungsweg – Prüfgerät

Hersteller: Oskar Vierling Ebermannstadt

Hergestellt: za 1927, Zeitwert: kaum schätzbar, vermutlich zwischen 20 u. 100 Euro

Zustand: Gut. Das Gerät stammt vermutlich aus einem großen 10 000er Amt, das mit Dreieckwählern (Strowker System) ausgerüstet war. Der Hersteller Oskar Vierling hatte nach meinem Wissen sein Ingenieurpatent um 1925 gemacht, war Professor und hat auch für die Deutsche Reichspost als eigenständiger Unternehmer gearbeitet. Das Unternehmen  VIERLING Production GmbH in Ebermannstadt gibt es noch als großen Hersteller von anspruchsvoller Elektronik.

263 Datenverarbeitungsanlage

f263Datenverarbeitungsanlage als Vorgänger der Computertechnik. Bestehend aus Fernschreiber, Empfangslocher, Fernschaltgerät und Lochstreifensender

Hersteller: RFT Gerätewerk Karl Marx Stadt

Hergestellt: so ab den 60er Jahren eingesetzt, aber schon weit eher entwichelt und von vielen Firmen annähernd baugleich hergestellt.

Zeitwert: za 600Euro

Zustand: Gut und noch funktionsbereit. Hierbei handelt es sich um einen Fernschreiber T 51 und einem Empfangslocher T52. Beide sind miteinander verschraubt. Der Empfangslocher ist mit einer Kupplung an die Druckerfalle des Fernschreibers angeschlossen. 6 Fühler tasten den Stand der Empfängerwählschienen des Fernschreibers ab u. geben die Info`s mechanisch an die Druckerstifte weiter. Das gesamte System, besonders der Empfänger, ist ein Wunderwerk der Elektromechanik. Mit 2 hoch 5 also 32 Zuständen konnte der gesamte Schriftverkehr abgedeckt werden. Durch das Hochstellen u. Runterschalten des Wagens u. das Doppelbeschriften der Typen war es möglich maximal 64 Zustände zu erzeugen. Die Telegrafiegeschwindigkeit betrug 50 Baud, das sind 400 Zeichen pro Minute. Für einige Anwender viel zu langsam und uns als Techniker hat das so manches graue Haar gekostet. Mit dem Fernschaltgerät konnte im Ortsbetrieb gearbeitet und in das neben dem Telefonnetz betriebene Telegrafennetz eingewählt werden. Der wie ein Telefon angeregte Fernschreiber hatte im Sender eine für jedes Gerät vorbereitete Namengeberwalze. Diese, wie die Eigene, konnte abgefragt werden. Man kann es durchaus, zwar noch mechanisch, aber schon als „Schaltkreis“ der 1. Generation bezeichnen.  Rechts im Bild ist der Lochstreifensender T 53  von 1970 zu sehen. Dieser bekam mit der Datenfernübertragung in`s Rechenzentrum und die damit geforderte  Gleichmäßigkeit zur rationellen Übertragung besondere Bedeutung. Der Datenweg führte vom vorbereiteten Lochstreifen im Lochstreifensender, über ein Fehlerkorrekturgerät, einer Staffelstelle, dann meistens über einen TF- Kanal in das automatische Telegrafenamt und weiter zur Verarbeitung in das Rechenzentrum.

262 Drehwähler

f262Drehwähler

Hersteller: Werk für Signal u. Sicherungstechnik Berlin, RFT, und andere.

Hergestellt: Ab 1950, Zeitwert:za 28 Euro

Zustand: Gut. Der im Bild „Obere“ ist ein vielseitiger Drehwähler, der in der Regel als Anrufsucher u. Anrufwähler, zum Beispiel bei der Fernmeldekleinanlage 3/10, zum Einsatz kam. Hier ist das zur Anlage gehörende, sauber ausgelötete, Schaltsegment mit vorhanden. Der Untere ist ein aus dem System 50 bekannte Teilnehmer Vorwähler. Jedem Teilnehmer wurde ein Vorwähler zugeordnet, der mit 2 Relais die Aufgabe hatte, beim Abheben des Handapparates einzudrehen und einen freien Ausgang zun 1. GW zu suchen. Hersteller gab es viele. Ich habe meine Angaben nur den Wicklungsdaten der Spulen entnommen.

261 Strowger Gruppenwähler

Ein 1.GW aus dem Strowger Wählersystem 22f261

Hersteller: Siemens & Halske oder Autofabag

Hergestellt: za 1923, Zeitwert: schwer schätzbar, zwischen 10 u. 200 Euro

Zustand: Dieser Dreieckwähler ist noch in einem sehr guten Zustand. So wie auf dem Foto sichtbar, war auch seine senkrechte Einbauweise. Das Schaltsegment, in das die Schaltarme eingreifen, liegt unten. Es gehört nicht zum Wähler, sondern zum System. Das Prinzip dieses Wählers wurde 1889 von dem amerikanischen Bestatter Strowger als Patent angemeldet. 1892 wurde das erste Amt mit 99 Teilnehmern errichtet. So schnell wurde das Stricknadel-Prinzip zu einer funktionierenden Automatik umgearbeitet. Durch unsagbar viele Verbesserungen entstand das Wählersystem 22. Es gab Ämter, bei denen erst mit der Digitalisierung das Dreieck- Wählersystem verschwand. (Dreieck Wählersystem = Höhenschritte gezwungen, freies Eindrehen bei GW`s, Rückdrehen, Fall in die Grundstellung). Die Nr. 267 zeigt den dazugehörenden Leitungswähler mit Schaltsegment.